Startseite | Impressum | Andacht von Pfarrer Briesovsky | Kontakt

Der Guß der Glocken in Passau 24.05.2013

Unsere neuen Glocken sind gegossen !

Am Feitag, 24. Mai, waren 40 Gemeindeglieder in Passau, um beim Guß unseres neuen Geläutes dabei zu sein. Früh um zwei startete die Busreise. Über Chemnitz, Hof, Regensburg erreichten wir rechtzeitig Passau. Es blieb noch etwas Zeit, um wenigstens den Dom mit der größten Orgel Europas anzusehen.
Halb elf trafen wir in der Glockengießerei ein. Eine freundliche Mitarbeiterin begrüßte uns und gab eine Einweisung zu dem bevorstehenden Ereignis. Gegen 11 Uhr wurden wir in die Gießhalle gebeten. In der Mitte dominierte der gemauerte Schmelzofen den Raum, Gebläse fauchten Verbrenungsluft in sein Inneres, und in kurzen Abständen legte ein Arbeiter große Fichtenscheite nach, wobei jedesmal Flammen herausschlugen und die Funken zur Decke stoben. Auf der anderen Seite wurde in Abständen die Luke des Schmelzbades geöffnet, um Schlacke zu entfernen und gegen Ende das Zinn hineinzugeben. Mit einem langen Fichtenstamm rührte der Meister die Schmelze um, dann verstummten die Gebläse. Die Kanäle vor dem Ofen waren noch einmal gereinigt worden, der Meister wies jedem Mitarbeiter seinen Platz an. Dann wurden die Helme abgenommen, die Geistlichen der drei beteiligten Gemeinden sprachen Segensworte und Gebete.
Nach dem Vaterunser erlosch das Licht, und mit einem lauten „In Gottes Namen !“ stieß ein kräftiger Hammerschlag das Spundloch auf. Dunkelrot glühend ergoß sich die Schmelze in den ersten Kanal. Konzentriert und ruhig verfolgten die Arbeiter den Fluß, der Meister gab Anweisungen, die exakt ausgeführt wurden. Nach Minuten schoß eine Fontäne aus den Entlüftungslöchern – die erste Form war gefüllt. Ich bin sicher, dies war unsere große Glocke. „Schuber auf“ schallte es durch die Halle – eine riesige Zange packte zu, öffnete den nächsten Kanal, und die flüssige Bronze ergoß sich in die Form. 13 Mal wiederholte sich dieses Geschehen, dann waren alle Formen gefüllt. Erleichtert nahm der Meister den Helm ab. „ Der Guß ist einwandfrei verlaufen, das Material war gut, alle Entlüftungen sind gefüllt.

Ob der Guß das gewünschte Ergebnis hat, wissen wir in fünf Wochen“ .“ Großer Gott, wir loben Dich“ war wohl die angemessene Antwort aller Beteiligten nach diesem ergreifenden Erlebnis. Der Gesang füllte die Halle und stieg sicher bis zum Himmel auf. Es war wohl auch die letzte Gelegenheit, einen solche Guß zu erleben, denn die Firma Perner beendet die Jahrhunderte alte Tradition des Glockengießens. In der benachbarten Formhalle standen dann Tische und Bänke bereit, bei Bier und Brezen konnte sich die Spannung in angeregtem Gespräch lösen. Unser Posaunenchor begleitete diesen Teil mit seinen Weisen.
Doch viel Zeit blieb uns nicht, denn der Heimweg würde sicher 7 Stunden dauern. Bei Philppsreut überquerten wir die Slowakische Grenze, um dann über Prag und Neugersdorf gegen neun Uhr die Heimat wieder zu erreichen. Ein herzlicher Dank gilt dem busfahrenden Ehepaar Simone und Frank Müller, die diesen Husarenritt mit ihrem Bus für uns unternommen haben.

Herzlichen Dank

an Wolfgang Schmidt von der Sächsischen Zeitung für die Bilder.

... und dazu auch ein Video

Herzlichen Dank

dem Vereinsvorsitzenden Christoph Krause