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Jahreshauptversammlung 2012

Am 14. März hielt der Glocken-Förderverein im Kirchgemeindehaus seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. 22 von 37 Mitgliedern waren erschienen. Die Beschlußfähigkeit war damit gegeben. Nach einer kurzen Andacht wurden der Arbeitsbericht des Vorsitzenden, der Kassenbericht und der Kassen-Prüfungsbericht vorgetragen und durch die Versammlung bestätigt. Kassenwart und Vorstand wurde Entlastung erteilt. In diesem Jahr war laut Satzung eine Wahl des Vorstandes vorzunehmen. Dazu wurde eine dreiköpfige Wahlkommission berufen. Im Vorfeld waren keine neuen Kandidaten für diese Ämter vorgeschlagen worden. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder hatten ihre Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur erklärt. Sie wurden in schriftlicher Wahl einstimmig wiedergewählt. In der Diskussion sprachen mehrere Mitglieder das Thema „Glockenzier“ ausführlich an. Einhellig wurde der dazu getroffene KV-Beschluß als unbefriedigend empfunden. Die Mitgliederversammlung beschloß daher einstimmig, dem KVeine Weiterarbeit an diesem Thema unter Hinzuziehung des Glocken-Sachverständigen und ggf. eines Grafikers, der Erfahrungen mit Glockenzier hat, vorzuschlagen. Per Beschluß beauftragte die Versammlung den Vorstand, ein Schreiben diesen Inhaltes zu erarbeiten und dem KV zu übergeben. Nach Abschluß des offiziellen Teiles blieben die Mitglieder noch eine Weile in geselliger Runde zusammen.

Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres

Liebe Mitglieder des Glocken-Fördervereins !

Wieder ist ein Jahr vergangen und somit ist es an der Zeit, der Satzung genüge zu tun und eine Hauptversammlung des GFV abzuhalten, nunmehr die vierte. Das Ritual ist sehr ähnlich den vorangegangenen, heute ist allerdings der Vorstand neu zu wählen. In der Einladung stand auch die Aufforderung, neue Kandidaten zu benennen, aber es sind keine Vorschläge beim Vorstand eingegangen. Da alle bisherigen Vorstandsmitglieder ihre Bereitschaft zu einer weiteren Amtsperiode erklärt haben, werden die bekannten Namen auf den Stimmzetteln stehen. Näheres zu der Wahl wird später der Wahlleiter erklären.
Doch nun sei in einigen kurzen Szenen die Tätigkeit des Vereins in den vergangenen 13 Monaten dargestellt.
Anfang März konnten wir erfreut zur Kenntnis nehmen, dass der Bauantrag gestellt wurde. Dies war durch die inzwischen erreichte Spendensumme von ca. 70 T€ möglich und realistisch. Nach verschiedenen anderen Anläufen wurde schließlich das Eichen-Holz für den Glockenstuhl beim Sägewerk Schmelzer in Bischofswerda beschafft, durch den Verein bezahlt und zum Trocknen an der Luft eingestapelt. 500 € steuerte der Kultur-Förderverein bei. Da sich die große Spendentafel nicht wie erwartet durch Firmenspenden füllte, - etliche Firmen wollten nicht öffentlich genannt werden - haben wir einige Felder nach und nach durch zusammengefasste Spendensummen ausgezeichnet.
Im April begann die durch einen Hinweis in der letzten HV initiierte Papiersammelaktion. Ich gebe zu, diesem Vorhaben zunächst etwas skeptisch gegenüber gestanden zu haben, aber ich ließ mich gern und sehr schnell eines Besseren belehren. Nach zwei Wochen mußte ich eine zweiten Behälter ordern, und später noch einen dritten. Der Standort wurde mehrfach geändert, jetzt sollte die optimale Lösung gefunden sein. Im Durchschnitt erziehlen wir ca. 70 € im Monat mit dem Altpapier, macht im Jahr 840 €. Vielleicht läßt sich an dieser Schraube noch etwas drehen, denn die geplanten Kosten haben sich inzwischen doch beträchtlich erhöht. Gingen wir 2008 von 120 T € Gesamtkosten aus, mußten wir diese Zahl inzwischen auf 132 T € anheben. Schuld ist hauptsächlich die hinlänglich bekannte Wirtschafts- und Finanzkrise, zu deren Gewinnern wir ja nun gewiß nicht zählen. Diese Zusammenhänge werden später im Bericht noch einmal eine Rolle spielen.
Wie in den Jahren zuvor wurde auch in diesem Mai ein Benefizkonzert für die Glockensammlung durchgeführt. Jugend-, Kirchen- und Posaunenchor und Instrumentalisten boten ein abwechslungsreiches Programm. Der Kirchturm konnte bestiegen werden, und Kaffee und Kuchen standen bereit. Diese musikalischen Angebote sind ein Schwerpunkt in der Vereinstätigkeit. Unser Anliegen wird so einem großen Interessentenkreis immer wieder in Erinnerung gebracht, auch in den örtlichen Medien wird darüber berichtet. Unsere Kantorsleute bringen sich besonders bei diesen Gelegenheiten mit viel Engagement in das Glockenvorhaben ein.
Ein wichtiger Ortstermin war im Mai die Turmbegehung mit dem Baupfleger Herrrn Preiß und dem Projektanten Herrn Schönbrodt-Rühl. Der Bauablauf wurde vorbedacht, und soweit möglich Baumaßnahmen festgelegt, die im Zusammenhang mit dem Glocken-Projekt notwendig sein würden. So soll über der Glockenstube ein Ringanker gegossen werden, um den oberen Abschluß des Mauerwerkes dauerhaft zu sichern und die hölzerne Turmhaube daran zu befestigen. Auch an einigen Holzbauteilen sind erhebliche Sanierungsarbeiten nötig. In diesen Zeitraum fällt auch die Bildung einer Arbeitsgruppe aus Kirchvorstehern und Vereinsmitgliedern. Deren Aufgabe war es, die inzwischen vorliegenden 5 Vorschläge zur Glockenbenennung und -gestaltung zu sichten und möglichst anzunähern. Sie alle wissen, dass dies ein recht langwieriger und mühsamer Prozess wurde, in dem schließlich drei Vorschläge in einem Gemeindeabend vorgestellt und diskutiert wurden. In zwei Anläufen entschied sich dann der KV, der als Rechtsträger dafür zuständig und verantwortlich ist, für die Minimalvariante. Auf den Klang des neuen Geläutes wird dies aber mit Sicherheit keinen hörbaren Einfluß haben.
Für den Valtenberggottesdienst im Juli hatten wir für unsere Präsenz Vorbereitungen getroffen, aber diesmal fiel die Veranstaltung auf dem Berg buchstäblich ins Wasser. Ebenfalls im Juli hielt Herr Klotke aus Kleinwelka einen Vortrag über die Glockengießerei Gruhl in Kleinwelka. Von 1874 bis 1917 hatte Neukirch ein sehr schön gestaltetes und wohlklingendes 3er-Geläut dieser Firma in seinem Turm. Materiell halte ich dies für den größten Verlust, den unser Dorf durch den Wahnsinn eines Krieges erlitten hat.
Im September trat Pfarrer Briesovsky in Neukirch seinen Dienst an. Er erklärte sehr bald seine Mitgliedschaft in unserem Verein und wurde nach Satzung in den Vorstand berufen. Pfarrer Nebe wurde mit herzlichem Dank für seine tatkräftige Mitarbeit an dieser Stelle von seinen Pflichten im Vereinsvorstand entbunden.
Am Erntedanktag gab das Brass Collegium Sachsen ein Konzert in der festlich geschmückten Kirche. Auch dabei konnte ein Überschuß für die neuen Glocken erzielt werden.
Im Oktober gestalteten die Gaußiger Jagdhornbläser eine Hubertusmesse. Der Kirchenraum war mit Zweigen, Trophäen und mancherlei Tierpräparaten dem Thema angepasst worden. Besonders die Füchsin mit ihrem Jungen hatte es vielen Besuchern angetan. Die Predigt betrachtete das Verhältnis von Mensch zu Natur und Jagd.
Herausragendes Ereignis im November war die Spendenübergabe durch den Firmenverbund Käppler & Pausch, Magnetech und OIB. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde eine aus Edelstahl gefertigte Glocke überreicht mit der Zusage, die kleine Glocke bei Rechnungseingang zu bezahlen. Wie in den vorangegangenen Jahren beteiligte sich unser Verein an Vorbereitung und Durchführung des Weihnachtsmarktes im Rittergut. Wir betreuten einen Stand im Gewölbe und halfen auch bei Auf- und Abbau des Marktes.
Verschiedene Gespräche in der Zeit um den Jahreswechsel zwangen zu einer Revision des bislang verfolgten und vielleicht zu optimistischen Zeitplanes. Durch den weithin feuchten, kühlen Sommer und frostfreie, ebenfalls nasse Wintermonate trocknete das eingestapelte Holz für den Glockenstuhl nicht in dem erforderlichen Masse. Aus fachlicher Sicht erscheint es geboten, das Holz ein weiteres Jahr trocknen zu lassen, um eine einwandfreie Qualität des neuen Glockenstuhles erreichen zu können. So haben wir uns von der Vorstellung verabschieden müssen, Weihnachten 2012 mit dem neuen Geläut feiern zu können. Doch wenn wir ein Werk für 500 Jahre schaffen wollen, sollten wir dieses eine Jahr Verzug getrost in Kauf nehmen, um eine ordentliche Arbeit abzuliefern. Den Guß der neuen Glocken streben wir aber in diesem Jahr an. Wirtschaftliche Überlegungen – siehe oben – lassen diesen Schritt sinnvoll erscheinen. Der reale Geldwert vermehrt sich auf dem Konto nicht, und ich möchte auch, dass möglichst viele der treuen Spender sehen (und hoffentlich auch noch hören), wofür sie ihr Geld gegeben haben.
Zu einem Jahresrückblick gehört notwendigerweise auch der Blick nach vorn. Auch wenn der größte Teil der geplanten Spendensumme unter Dach und Fach ist, werden wir nun mitnichten unsere Tätigkeit auf Sparflamme zurückdrehen. Der weitere Ablauf wird im wesentlichen unter Regie des KV erfolgen, denn es sind Entscheidungen zu treffen und Aufträge zu vergeben, die dem Rechtsträger vorbehalten sind. Wir als Glocken-Förderverein, der den bisherigen Verlauf maßgeblich vorangebracht und mitgestaltet hat, werden uns auch in Zukunft nach besten Kräften in diesen Prozess einbringen. So wurde vom KV ein Ausschuß berufen, der insbesondere während der Bauphase beratend und mit Entscheidungsbefugnis tätig sein wird. Von uns gehören Claus Mai und ich zu diesem Gremium. Wenn es, wie angestrebt, in diesem Jahr zum Glockenguß kommt, so ist dazu eine namhafte Delegation aus unserer Gemeinde auf den Weg zu bringen. Ich bin sicher, Ihr werdet Euch zu diesem Ereignis nicht lange bitten lassen. Bis dahin werden wir unsere Arbeit in bewährter Weise fortsetzen. Führungen und Vorträge, Papiersammeln und Souvenierverkauf, Mitarbeit bei Veranstaltungen u.v.m. sollen das Anliegen präsent halten und immer wieder ein paar € einbringen. Ein hervorragender Platz in diesem Feld soll wieder der Musik zukommen. Dazu wird uns Frau Kantorin Egermann Informationen geben. Dreieinviertel Jahre sind im kirchengeschichlichen Kontext eine verschwindend kleine Zeit. Miteinander haben wir sie bewußt erlebt, geeint durch ein großes Ziel. Jeder hat nach seinen Möglichkeiten Mühe und Zeit und oft auch Geld eingebracht, und mir ist niemand aus unseren Reihen bekannt, dem es darum auch nur teilweise Leid täte. Zweifel und Kritik kamen nur von außerhalb. Freilich frage ich mich manchmal im innersten, ob es nicht Wichtigeres in dieser Welt gäbe, als neue Bronzeglocken auf den Turm zu hängen . Die endgültige Antwort werde ich wohl erst hernach bekommen. Doch ich denke schon, dass diese ehernen Instrumente mit ihrem erhabenen Klang nicht nur die Gefühle, sondern auch die Herzen der Menschen erreichen und ansprechen, und dies hoffentlich über viele Generationen. Lärm und Geschrei ist übergroß in einer Welt, wie wir sie täglich erleben. Gebe es Gott, dass wir Menschen den Klang der Glocken hören, ihn verstehen und annehmen als Ruf zum Frieden untereinander, aber vor allem zu Frieden und Versöhnung mit ihm. „Friede sei ihr erst Geläute“ heißt es bei Schiller, und wir dürfen bei dieser Aufgabe dabei sein und mit anpacken. Ist das nicht großartig?