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Andacht von Pfarrer Briesovsky

Liebe Leserinnen und Leser,

in Zeiten des Krieges weiß man einen Friedensboten zu schätzen. Vom Krieg und allem Leid und Elend, dass er gebracht hat, müde und zerschlagen, sehnten Menschen in früheren Zeiten nichts mehr herbei als das endlich der Friedensbote kommen möge, der amtlich bekannt gibt, dass der Krieg zu Ende ist und ab sofort Friede herrscht im Lande. Jesaja hat eine solche Situation vor Augen, als er schreibt:
„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt,der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!“ (Jes. 52,7)

Einen Freudenboten nennt Jesaja so einen Friedensboten daher. Dass 700 Jahre nach ihm ausgerechnet der in der ganzen Welt diesen Frieden verkünden lässt, den man verspottet, geschlagen und in einem Schauprozess unschuldig verurteilt und gekreuzigt hat, das ist alles andere als normal. Und doch bietet gerade dieser Mann als autorisierter Botschafter der höchstenRegierung der Welt seinen Frieden an. Ginge es menschlich zu, so würde er nach allem, was ihm angetan wurde, dieser Weltden Krieg erklären. Vielleicht würde er seinen Anhängern Frieden zusagen. Doch dann würde er sie wohl zu einem heiligen Krieg gegen alle Widersacher auffordern.Nicht so Jesus. Er verleiht den noch vor Angst schlotternden Jüngern seinen Frieden und beauftragt sie, genau diesen Frieden in die Welt zu tragen. Nicht mit einem Schwert bewaffnet, sondern bar jeder äußeren Macht – so wie er selbst zu ihnen gekommenist, sollen sie nun sein Werk vollenden. Menschen sollen seinen Friedensgruß hören und im Vertrauen auf sein Wort Frieden finden.

Frieden mit Gott, der am Kreuz - so paradox es auch klingen mag - seinen Friedensbund in Kraft gesetzt hat, für jeden, der ihn annimmt. Den Frieden Christi weiterzusagen undweiterzugeben, dazu sind auch wir von ihm berufen durch unsere Taufe.Nun sollen wir aber nicht naiv glauben, dass die Welt uns mit dieser Botschaft auch wie Freudenboten aufnimmt. „Wie mich der Vatergesandt hat, so sende ich euch“ und wie es dem Herrn ergangen ist, so kann es auch uns, seinen Jüngern, ergehen. Es ist wunderbar, wenn wir als Freudenboten aufgenommen werden aber oft werden wir so wie der Herr selbst Widerspruch, Spott und Ablehnung erfahren. Ja, in vielen Teilen der Welt erleiden Christen heute sogar den Tod.

Christus hat das nicht verschwiegen, als er die Jünger beauftragt hat: „Ich sende euchwie Schafe unter die Wölfe“ (Mt 10,16) sagt er offen. Doch der Friede unter den er uns stellt, dersoll uns bleiben, auch wenn wir nicht freundlich aufgenommen werden.
Christus hat verheißen: „ Wenn ihr aber in ein Haus geht, sogrüßt es (Friede sei mit euch!); und wenn es das Haus wert ist, kehre euer Friede dort ein. Ist es aber nicht wert, so wende sicheuer Friede wieder zu euch.“ Mt 10,12f. Hier wird deutlich, wir sind nicht beauftragt, den Weltfrieden zu schaffen. Nicht selten ruft Christus sogar erbitterten Widerstand hervor! Von uns ist nicht gefordert, Weltfrieden zuschaffen, sondern Menschen den Frieden anzubieten, den Christus uns selbst geschenkt hat. Ob diese Botschaft angenommenoder abgelehnt wird, das müssen wir in Gottes Hand legen. Wir aber sollen uns nicht zum Unfrieden oder Hass treiben lassen. Wir sollen nüchtern sein und mit Christus in Verbindung bleiben, denn sein Friede wird beiuns sein, wenn wir bei ihm sind und wenn wir tun, was er uns sagt.

Ihr Pfarrer Briesovsky