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Andacht von Pfarrer Briesovsky

Monatsspruch für Dezember:

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.

Matthäus 2,10

Liebe Leserinnen und Leser,

nein, es geht im Monatsspruch für den Dezember nicht um die berühmte Automarke mit dem Stern. Obwohl gerade von diesem Stern auf mich als Kind eine große Faszination ausging. Die Automarken damals waren ja zumeist Trabant, Wartburg, Lada und Skoda, oder als Taxi auch der geräumige Wolga. Die Marke mit dem Stern dagegen stand höchstens mal beim Nachbarn vor dem Haus, wenn bei ihm zu Weihnachten Westbesuch da war. So einen Stern hätte ich gern gehabt – leider ließ sich das störrische Ding nicht einfach heimlich abknicken. Er war am unteren Ende mit einer Kugel auf der Motorhaube befestigt und drehte sich mit - ohne abzubrechen. Die Autobauer kannten die Faszination ihres Sterns.
Faszinierend sind natürlich auch die echten Sterne am Himmel. Als Kind kam ich mit meinen Eltern an einem herrlich lauen Sommerabend von der Geburtstagsfeier meiner Großeltern in Schwarznaußlitz. Ich erinnere mich an die Freude, mit der ich die funkelnden Sterne über uns betrachtet habe und wie mein Vater mir ein paar Sternbilder erklärte. Sterne faszinieren die Menschen seit es sie gibt. „Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ heißt es bei Matthäus. Hocherfreut waren diese Männer – Caspar, Melchior und Baltasar hat sie die Tradition später genannt – dabei von einem ganz bestimmten Stern – dem Stern von Bethlehem. Persische Wissenschaftler und Priester waren diese Männer – der Begriff „Weise“ trifft es gut. Gelehrte also, die sich auf die Suche nach einem neugeborenen König begeben hatten – eine 1000 km lange, beschwerliche und gefährliche Reise in das Land der Juden. Was trieb sie dazu? Es wird vermutet, dass sie aus der Zeit als das Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft war, Schriften besaßen, die auf einen jüdischen König hinwiesen, der unter einem besonderen Stern geboren werden sollte und der bedeutsam werden würde für die ganze Welt – eine Weissagung auf einen kommenden Weltenherrscher – den Messias.
Sie selbst sagen es: „Wir sind gekommen, um den neugeborenen König der Juden anzubeten.“ Der Stern, der sie geleitet hat, ist legendär geworden. Es gibt ihn in tausend Variationen von Kitsch bis Kunst. Eine der aktuell populärsten Erinnerungen an den Stern von Bethlehem ist der Herrnhuter Stern, den viele von uns ab 1. Advent wieder leuchten lassen.
Dass wir bei aller Faszination, die Sterne auf uns ausüben, so wie die Weisen in diesem Stern mehr sehen als schönen Schmuck, das wünsche ich uns. Denn der Stern will ein Zeichen sein. Ein Zeichen, das uns auf den eigentlichen Grund der Weihnacht hinweist: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Frohe Weihnachten wünscht
Ihr Pfarrer Briesovsky