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Andacht von Pfarrer Briesovsky

Liebe Leserinnen und Leser,

jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten. Stimmen Sie mir zu? Sicher, der Sommer ist etwas Besonderes. Nicht zufällig legen die Meisten genau dahin ihren Jahresurlaub. Wer genießt im Sommer nicht die Freiheit in Sandalen, T-Shirt und kurzer Hose ruck zuck mal an einen See zu fahren und ins kühle Wasser zu springen oder eine Fahrradtour zu machen oder auch in den Bergen wandern zu gehen und was die Natur noch an Möglichkeiten bietet. Aber ist nicht auch der Frühling wunderschön, wenn der Schnee taut und die ersten Frühblüher erscheinen, wenn die Sonne das erste Mal wieder so warm vom Himmel strahlt, dass ich ihr still das Gesicht entgegenhalte, um ihre Strahlen aufzusaugen?

Und der Herbst? Wie schön ist ein Spaziergang im goldenen Oktober, wenn jeder Baum eine andere Färbung hat und die bunte Pracht dann zentimeterdick auf dem Boden liegt – die Blätter beginnen im Wind zu tanzen und unsere Kindern rennen mit Jauchzen durch das raschelnde Laub! Alles ist schön zu seiner Zeit! Ich erinnere mich aber auch an einen Winter Mitte der 90er als ich mit einem Freund - er war kein Christ - nach Spindlermühle, ins Riesengebirge gefahren bin. Dort sind wir mit unseren Skiern den Lift nach oben gefahren und je höher wir kamen, desto schöner wurde die Landschaft. Oben angekommen, bot sich uns ein atemberaubendes Winterpanorama:
Der blaue Himmel über uns, die vom frisch gefallenen Schnee bedeckten Berge und Täler unter uns und alles glitzerte in der strahlenden Sonne als ob Diamanten rings um vom Himmel gefallenwären. Der Freund sagte, vom Anblick überwältigt: „Ich möchte jetzt eigentlich jemandem danken!“. „Eigentlich“, denn sein Kopf sagte ihm: Aber da ist natürlich niemand. Und doch hatte er einen Gedanken ausgesprochen, der ihn in diesem Augenblick ergriffen hatte – eine Wahrheit, die zu dem, was er sonst zu wissen meinte, nur nicht passte. „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit.“ – das kann auch die Liebe sein, die mich erfüllt: zu meinen Kindern, zu meinem Freund, meiner Freundin, die Liebe zu meinem Ehepartner. Es kann ein kostbarer Moment in einer Freundschaft sein, ein unwiederbringlicher Augenblick beim Hören eines Musikstücks ...

Es gäbe noch vieles, was sich aufzählen ließe.Zu all dem passt, was Friedrich Nietzsche in einem seiner Gedichte in dem Werk „Also sprach Zarathustra“ schreibt: „Doch alle Lust will Ewigkeit -, - will tiefe, tiefe Ewigkeit!“. Wir spüren in solchen „lustvollen“ Augenblicken die Sehnsucht nach Ewigkeit und wissendoch genau, dass ein solcher Moment nur allzu schnell vergeht. Tief in uns aber wünschen wir, er möge niemals enden. Der Bibelvers aus dem Alten Testament will unseren Blick auf den Schöpfer hinlenken und sagt: deine Sehnsucht kommt von Gott. Er hat sie in dich gelegt, um dich an Gott zu erinnern, weil du erst in ihm die Erfüllung all deiner Sehnsucht nach Ewigkeit finden wirst. Ich wünsche Ihnen solche erfüllenden Momente und die frohe Hoffnung auf die ewige Erfüllung, die uns einst im Himmel bei Gott zuteil werden wird.

Ihr Pfarrer Briesovsky